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Archive for Juni, 2019

Sieg für Pfister-Racing beim 12-Stunden-Rennen am Slovakiaring

Slovakiaring. Am 20.06.2019 startete am Slovakiaring das diesjährige 12-Stunden Langstreckenrennen. Für das Pfister-Racing Team gingen an diesem Rennen die Fahrer Wolfgang Kriegl (AUT) und Andreas Pfister (GER) mit dem 350 PS starken SEAT Leon TCR Rennwagen an den Start. Die hochmoderne und 5,922 km lange Rennstrecke in der Slowakei zählt dabei zu den erklärten Lieblingsrennstrecken von Wolfgang Kriegl, als auch von Andreas Pfister, damit waren ideale Voraussetzungen für das Endurance-Rennen gegeben.

Mehr als 263 problemlose Runden absolvierte das Pfister-Racing Team, und gewann damit das 12H Rennen.

 

„Ein 12-Stunden-Langstreckenrennen darf niemals unterschätzt werden. Sowohl die physische Belastung für die Fahrer, als auch die Beanspruchung des Rennwagens ist bei dieser enormen Renndistanz sehr hoch. Es zählt nicht nur das Fahrkönnen, sondern auch eine perfekte Teamleistung. Nur so kann schlussendlich der Sieg nach Hause gefahren werden“ so Andreas Pfister im Gespräch mit den Medien.

Darüber hinaus wurden Team und Fahrer mit hochsommerlichen Temperaturen von mehr als 25 Grad auf die Probe gestellt. „Im Rennwagen ist das gut und gerne das doppelte der Außentemperatur, deshalb ist es sehr anspruchsvoll unter dieser physischen Belastung auch die Konzentration stets auf einem hohen Level zu halten“ so Pfister. „Wir wussten dass wir auf technischer Seite mit unserem Rennwagen gut vorbereitet sind, dass es allerdings derart gut laufen würde, freut uns natürlich umso mehr. Ein Schlüssel zum Erfolg war die absolute Zuverlässigkeit unseres Rennwagens mit mehr als 263 absolvierten Rennrunden, die konstanten Fahrer sowie die herausragende Teamarbeit. Dazu möchte ich mich an dieser Stelle recht herzlich bei unserem Team mit Alois Pfister, Alfred Hutzel, Bozo Erak und Jelena Erak bedanken!“

 

Regenschauer kurz vor Rennende sorgt für Schrecksekunde

Nachdem sich das Pfister-Racing Team im ersten Renndrittel noch mit dem zweiten Platz zufrieden geben musste, gelang es der Mannschaft sich weiter nach Vorne zu arbeiten und die Führung des Rennens zu übernehmen. Diese konnte dann ab der Halbzeit mit schnellen Rundenzeiten ausgebaut werden. „Wir lagen wirklich gut im Rennen, und die Devise war es eigentlich, die letzten Rennminuten sicher und ohne Risiko nach Hause zu bringen. Dabei machte uns das Wetter aber einen Strich durch die Rechnung“ so Pfister.

Auch ein heftiger Regenschauer kurz vor Rennende konnte das Pfister-Racing Team nicht stoppen.

 

Circa 20 Minuten vor Rennende setzte ein plötzlicher Regenschauer am Slovakiaring ein. Rennfahrer Wolfgang Kriegl war gerade am Steuer des Rennwagens und reagierte genau richtig: Er steuerte mit den profillosen Slick-Reifen umgehend die Boxengasse an. Dort gelang es dem Team schnell auf Regenreifen zu wechseln, und Andreas Pfister konnte unter nassen Verhältnissen mit Safety-Car-Phasen den tollen Rennsieg für Pfister-Racing nach Hause bringen. Nun belegt das Team auch die vordere Position in der Endurance-Meisterschaft und möchte diese in den verbleibenden zwei Langstreckenrennen ausbauen und halten.

 

Endurance-Termine 2019:

05.09.2019 – 6H Rennen Autodrom Most (CZ)

20.10.2019 – 9H Rennen Autodrom Brno (CZ)

 

Sie interessieren sich für eine Rennteilnahme an den Endurance-Rennen mit einem Rennfahrzeug des Pfister-Racing Teams?

 

Dann kontaktieren Sie uns unverbindlich per Email an kommunikation@pfister-racing.eu

 

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„Austria-Quartett“ im CHEVROLET Cruze Eurocup im 4-Fach-Interview!

„Austria-Quartett“ im CHEVROLET Cruze Eurocup im 4-Fach-Interview!

Am nächsten Rennwochenende des CHEVROLET Cruze Eurocup vom 26.-28.07.2019 im Automotdrom Grobnik (Kroatien) starten gleich 4 Fahrer unter österreichischer Flagge im Cup.

Wir haben dem „Austria-Quartett“ für euch auf den Zahn gefühlt, und dabei herausgekommen ist ein spannendes 4-Fach-Interview – wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

v.L.n.R. Marcus Zeiner (Niederösterreich), Martin Rennhofer (Wien), Patrick Eppich (Steiermark) und Wolfgang Kriegl (Wien).

 

Das Land Österreich & Motorsport, wie passt das für euch zusammen?

Marcus Zeiner: „Grundsätzlich passt das gut zusammen, es gibt gute talentierte Motorsportler, leider ist es wie so oft ein Problem mit dem Budget. Allerdings seit der Red Bull da ist, hat sich das etwas gebessert.“

Martin Rennhofer: „Es gibt nur wenige Einsteigerserien in Österreich wie den Chevrolet Cruze Cup. Dabei kommen aus Österreich immer wieder Talente, die es auch in die höheren Klassen des Motorsports schaffen könnten. Leider ist das Interesse der möglichen Sponsoren aus Österreich in letzter Zeit rückläufig. Obwohl ein guter Teil der österreichischen Industrie in der KFZ Zulieferbranche bzw. sogar in der Produktion von KFZs (Magna) tätig ist, fällt den österreichischen Talenten die Suche nach Sponsoren aus diesem Bereich schwer. Eine Ausnahme ist der Getränkehersteller Red Bull, der mit gezielter Nachwuchsförderung immer wieder österreichischen Talenten den Weg in höhere Motorsportklassen ermöglicht. Immerhin haben wir zwei FIA homologierte permanente Rennstrecken im Land – also genug Übungsgelände für den Nachwuchs.“

Patrick Eppich: „Wenn ich an unsere ganzen vergangenen und bestehenden Rennlegenden, die momentanen Akteure im Motorsport wie Toto Wolf und Co denke, passt das für mich wie ein Herz und eine Seele zusammen.“

Wolfgang Kriegl: „Wie Vanilleeis und Kernöl.“ *lacht*

 

Die Formel1-Legende Niki Lauda ist vor kurzem verstorben. Wie sind eure Erinnerungen an diesen österreichischen Ausnahmesportler?

Marcus Zeiner: „Niki Lauda war eine Legende in Österreich u. ein Idol sowie Vorbild für viele Generationen. Seine direkten Aussagen brachte alles rasch auf den Punkt, Niederlagen wurden schnell aufgearbeitet u. ich denke der war ein Stehaufmännchen nach seinen 3 großen Tiefpunkten in seinem Leben wir Nürburgring Unfall, Flugzeugabsturz u. seine Nierentransplantation. Leider hat er den letzten Weg mit der Lungentransplantation und dem darauffolgenden Virusinfekt nicht mehr geschafft, ein großer Verlust für die Motorsportwelt!“

Martin Rennhofer: „Niki Lauda war für mich ein Vorbild im Motorsport. Seine kühle Art, Dinge logisch zu analysieren und sich durch „Gehirnschmalz“ und technisches Know-How einen Vorteil auf der Strecke zu erarbeiten, hat mich fasziniert. Zu Anbeginn des Simulatorzeitalters am PC (ab 1994) fuhren mein Sohn und ich immer als „Niki Lauda“ mit dem TAG Turbo McLaren in den F1 Simulationen. Und natürlich waren wir in Zeltweg um unser Idol am Österreichring live zu erleben. Persönlich trafen wir ihn zwei Mal nach Flügen in die Dominikanische Republik bzw. nach Florida – eine Persönlichkeit, die Eindruck hinterlässt.“

Patrick Eppich: „Für mich ist Niki Lauda ein großes Vorbild. Sein unerbittlicher Kampfgeist, seine direkte Ehrlichkeit und seine erbrachten Leistungen, vorallem auch wirtschaflich waren für Österreich eine unbeschreibliche Leistung.“

Wolfgang Kriegl: „Mein Vater kannte Niki Lauda persönlich und ich erinnere mich gerne an seine Erzählungen von ihm. Seine sportliche Laufbahn ist Legende und ich bewundere ihn für sein unerschütterliches Selbstvertrauen und seinen Kampfgeist.“

 

Eure Lieblingsrennstrecke in Österreich: Salzburgring, Red Bull Ring oder Wachauring?

Marcus Zeiner: „Der Salzburgring.“

Martin Rennhofer: „Der Red Bull Ring, auch wegen der Infrastruktur dort.“

Patrick Eppich: „Definitiv RedBull Ring.“

Wolfgang Kriegl: „Der Salzburgring wird für mich immer einen ganz besonderen Stellenwert haben, da ich dort meine ersten Erfahrungen auf einer Rennstrecke sammeln konnte. Aber den Red Bull Ring fahre ich lieber, weil er abwechslungsreicher ist. Der Wachauring ist eine ideale Strecke für Trainings, weil er sehr eng und ausgesprochen verwinkelt ist.“

 

Wolfgang, du absolvierst als Champion der Saison 2016 wieder zwei Gaststarts im CHEVROLET Cruze Eurocup. Warum kommst du von dieser Rennserie nicht los?

„Weil der Chevy tierisch Spaß macht! *lacht* Der Rennwagen ist perfekt ausbalanciert und ich freue mich schon sehr, die technischen Upgrades dieser Saison zu erfahren. Was diesen Cup zudem einzigartig macht, ist die Kameradschaft unter den Fahrern und der rege Austausch im Fahrerlager. Das macht mir viel Spaß.“

 

Patrick, du hingegen gibst dein Debüt im CHEVROLET Cruze Eurocup. Was sind deine Ziele für dein erstes Rennwochenende?

„Ich möchte dieses Wochenende vorallem Erfahrung sammeln, gute Rundenzeiten fahren und das Auto heil ins Ziel bringen.“

 

Marcus, du hast bereits einige Erfahrung und Erfolge im CHEVROLET Cruze Eurocup Rennwagen. Was gefällt dir an diesem Tourenwagen am Besten?

„Neben dem zeitlosen Aussehen des Rennwagens u. dem coolen Sound natürlich der Cup da der Fahrer gefragt ist. Kein Fehler wird verziehen, gleiches Material für alle Fahrer macht das ganze aus, obwohl ich eher mehr zur Langstrecke tendiere ist der Chevy Eurocup eine super coole Rennserie u. bietet für jeden Nachwuchsfahrer einen raschen kostengünstigen Einstieg.“

 

Martin, du startest das erste Mal am Automotodrom Grobnik, wie bereitest du dich auf diese neue Rennstrecke vor?

„Neben dem Studium von On Board Videos sitze ich in der Simulation „Assetto Corsa“ schon fleißig im Chevrolet Cruze und fahre in Grobnik. Es wird schwer, den Erfahrungsvorsprung von Wolfgang Kriegl zu  kompensieren!“

 

Euer Tipp für das Rennwochenende: Welcher österreichische Fahrer wird in Kroatien die meisten Punkte im Cup holen?

Marcus Zeiner: „Schwierig zu sagen, natürlich möchte jeder Gewinnen u. die meisten Punkte holen. Martin u. Patrick kann ich eigentlich gar nicht einschätzen, der Wolfgang als ehem. Champion ist natürlich auch schon ein alter Rennfuchs (er war ja mal mein Schüler) von da her wird es sicherlich nicht einfach werden. Ich kenne die Strecke nicht d.h. auch noch einmal eine Herausforderung, verlasse mich daher auf meine Erfahrung u. mein Können, dann hoffe ich vielleicht mit etwas Glück u. dem einen oder anderen Trick ein gutes Ergebnis zu erzielen.“

Martin Rennhofer: „Der Papierform nach wäre das Wolfgang Kriegl, seine Pole Position aus dem Vorjahr zeigt, dass ihm die Strecke liegt. Allerdings ist Marcus Zeiner auf Grund seiner Routine auch nicht zu unterschätzen!“

Patrick Eppich: „Ich denke dass Wolfgang die meiste Erfahrung hat und Punkten wird.“

Wolfgang Kriegl: „Spannende Frage! Grobnik ist eine schnelle Strecke. Ich denke, Marcus wird hier seinen hohen Speed gut ausspielen können.“

 

Das Gespräch führten die österreichischen Rennfahrer mit Andreas Pfister.

Auf den zweiten Blick sieht man oft mehr – Motorsport als CO2-Sparmassnahme.

Auf den zweiten Blick sieht man oft mehr – Motorsport als CO2-Sparmassnahme.

 

Professioneller Motorsport hilft tausende Tonnen CO2 zu sparen. Ein Widerspruch?

 

Keineswegs. Gegen das sich hartnäckig haltende Vorurteil, der Motorsport sei nichts weiter als sinnlose Umweltbelastung, muss ich ein klares Veto einlegen. Denn wer diese Meinung vertritt, hat eine sehr kurzsichtige Auffassung von dem, was der Motorsport für jeden normalen Autofahrer und auch für den Einfluss auf CO2-Emissionen bedeutet!

 

Losgelöst betrachtet hat eine Motorsportveranstaltung per se zunächst mal keine optimale CO2-Bilanz, darüber muss man nicht diskutieren. Im Rennsport fahren alle Teilnehmer an der Grenze der Leistungsfähigkeit ihrer Motoren, was zum Spritsparen denkbar ungeeignet ist. Das macht den Motorsport aber keineswegs zum Verbrechen an der Umwelt. Motorsport ist wesentlich komplexer, als dass erwachsene Männer (und Frauen!) möglichst schnell im Kreis fahren.

Das vielleicht beste Gegenbeispiel beinhaltet auch der aktuelle SEAT Leon TCR Rennwagen. Die Direkteinspritzer-Technik hat sich bei Siegen in Le Mans, bei der Rallye Dakar und nicht zuletzt auch bei der DTM oder Tourenwagen-WM bewährt. Und die permanenten Entwicklungen der Rennmotoren finden schliesslich auch ihren Weg in die Grossserienprodukte. So gehören Direkteinspritzer-Motoren aus dem Volkswagen-Konzern heutzutage zu den effizientesten Motoren auf dem Markt.

Der SEAT Leon 1.6 ecomotive verbraucht gerade einmal 3,8l/100km.

 

Die sparsamsten Autos mit dieser Technologie, wie z.B. der SEAT Ibiza ecomotive, verbrauchen kaum mehr als drei Liter auf 100 Kilometer und haben einen CO2-Ausstoss von deutlich unter 100 Gramm pro Kilometer! Mit der stetigen Steigerung der Leistungsausbeute aus gleichbleibendem Hubraum geht zudem auch eine markante Senkung der Verbrauchswerte einher. “Effizienz“ ist das Stichwort und gerade bei dieser Entwicklung ist der Motorsport ein wichtiges Medium! So gesehen wird der an den Rennveranstaltungen verbrauchte Treibstoff durch den Technologie-Transfer in die Serienprodukte also tausendfach wieder eingespart!

Ähnlich verhält es sich in der Formel 1. Vordergründig wirkt auch diese wie reine Benzinverschwendung, aber bei genauerer Betrachtung ist die Königsklasse des Motorsports DER Motor für die Autoindustrie. Im vergangenen Jahr sorgte die Einführung des KERS-Systems, das 2011 wieder Vorschrift wird, für eine sprunghafte Entwicklung bei Hybridfahrzeugen. Durch das Nachtankverbot in der aktuellen Saison wird zudem die Effizienz der Motoren ein immer wichtigeres Thema. Ausserdem wird versucht, an allen Stellen Gewicht zu sparen, wodurch neue Materialien und Formen entwickelt werden, die letztlich auch in die Serienproduktion gelangen. Und weniger Gewicht bedeutet wiederum einen niedrigeren Verbrauch!

 

Bereits seit 2010 findet man oben stehende E-Fahrräder im Fahrerlager der Tourenwagen-WM – eine sehr gute Alternative für Kurzstrecken!

 

Aber nicht nur bei der reinen Einsparung von Kraftstoff agiert der Motorsport als Entwicklungsbeschleuniger. Auch die Sicherheitstechnik hat durch die Einflüsse aus der Rennwelt eine rasante Entwicklung erlebt. Natürlich werden im Rennsport keine Airbags erprobt, aber Fahrassistenzsysteme werden durch den Einsatz z.B. in der GT1-Weltmeisterschaft immer höher entwickelt. Auch die Einführung und Optimierung von neuen Materialien, die bei Unfällen mehr Energie absorbieren und damit auch die Unfallsicherheit erhöhen, werden früher oder später dem normalen Autofahrer zu gute kommen.

 

Auch, und vor allem demjenigen, der mit dem Finger auf die “bösen Umweltverschmutzer“ aus dem Motorsport zeigt und sich ein sparsames und sicheres Auto kauft!

Und vielleicht könnten sich auch genau diese Menschen überzeugen lassen, dass auch ein Fahrrad ein gutes Fortbewegungsmittel für kurze Distanzen ist. Mit gutem Beispiel geht hier die Tourenwagen-WM voran, denn seit 2010 gehören Motorroller und Quads im Fahrerlager der Vergangenheit an. Stattdessen werden Fahrräder mit Elektroantrieb zur Verfügung gestellt – damit wird die “grüne“ Tourenwagen-WM noch umweltfreundlicher!

 

Auch der Elektro-Motor hält im Motorsport Einzug

 

Darüber hinaus steht der Motorsport für innovative und höchst effiziente Entwicklungen im Bereich der Elektro-Mobilität. Vor allem im Kartsport haben Elektro-Karts (siehe Bild) längst Einzug gehalten und sind vor allem in Indoor-Kartbahnen zu finden.

 

Im Tourenwagen-Motorsport steht die brandneue E-TCR vor einer erfolgreichen Premiere und der CUPRA E-Racer dreht bereits seine Runden auf den Teststrecken dieser Welt.

 

 

 

 

Quelle:            Pfister-Racing GmbH

Der Rennsport trauert um Niki Lauda

Der Rennsport trauert um Niki Lauda

Die Sportwelt ist erschüttert. Am 20. Mai 2019 verstarb Andreas Nikolaus Lauda, bekannt als Niki Lauda, im Alter von 70 Jahren im Kreis seiner Familie in Wien. Lauda hinterlässt seine Ehefrau Birgit, die 10 Jahre alten Zwillinge Mia und Max, seine Söhne Mathias und Lukas aus erster Ehe mit Marlene Knaus und seinen außerehelichen Sohn Christoph. Ein Schock für die Formel 1 Welt, der aber gemäß Laudas behandelndem Arzt wohl nicht überraschend kam. Um Laudas Gesundheit war seit langem nicht gut bestellt. Angefangen hatten die Probleme mit seinem dramatischen Feuerunfall im Jahr 1976, der im Lauf der Jahre zwei Nierentransplantationen zur Folge hatte.

Lauda wurde 1975, 1977 und 1984 Formel-1 Weltmeister. Damit wurde er zur Leitfigur und zur Legende und sorgte bis heute für wachsende Begeisterung am Formel-1 Sport. Lauda war nicht nur Unternehmer und seinerzeit Gründer seiner eigenen Fluglinie, sondern auch seit 2012 Vorsitzender des Mercedes-Team Aufsichtsrat. Lewis Hamilton, der durch Lauda ins McLaren Team kam, sowie Mercedes-Team-Chef Toto Wolff sagten beim Großen Preis von Monaco aufgrund Laudas Tod ihre Medientermine ab.

Zur lebenden Legende wurde Lauda nicht nur aufgrund seiner WM-Titel, sondern durch seinen tragischen Unfall auf dem Nürburgring 1976, mit damals gerade 28 Jahren. Vier seiner Mitstreiter befreiten ihn aus dem brennenden Fahrzeug. Lauda erlitt neben schwersten Verbrennungen, die ihn sein Leben lang zeichneten, auch Verätzungen der Lunge. In dieser Nacht glaubte keiner an sein Überleben. Nach nur kurzer Zeit stieg er damals wieder in seinen Formel-1-Rennwagen und wurde 1977 wieder Weltmeister. Aufgrund seiner Verletzungen begann er die berühmte rote Kappe zu tragen, die sein Markenzeichen wurde. Noch im August 2018 erhielt Lauda eine Lungentransplantation, von der er sich aber nicht mehr richtig erholte.

Laudas Kampfgeist und Ehrgeiz bleiben unvergessen. 1979 verließ Lauda erstmal die Formel-1-Welt und widmete sich der Gründung von Lauda Air . Auch aufgrund finanzieller Schwierigkeiten seiner Fluggesellschaft kehrte Lauda 1982 wieder zurück in den Rennstall und gewann 1984 zum letzten Mal eine WM. Lauda Air wurde 2001 von Austrian Airlines übernommen. Der schrecklichste Moment, auch für Niki Lauda war, als 1991 eine Lauda Air Maschine in Thailand abstürzte und alle 223 Passagiere und Besatzungsmitglieder in den Tod mitriss.

Laudas Lebensweg war sicher alles andere als geradlinig. 2016 wurde er dafür mit dem Laureus-Award für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Auch Laudas frühe Jahre waren von seinem Ehrgeiz geprägt. Als Sohn einer Industriellenfamilie widersetzte er sich und finanzierte seine Rennkarriere selbst, zum Teil mit Bankkrediten. Er nahm den steinigen Weg über die Formel 3 und 2 bis hin zur Formel-1. Vielleicht hatte er auch gerade dadurch so viel gelernt und gekämpft, woran er geglaubt hat.

Mit Niki Lauda verbindet man extreme Höhen und Tiefen. Vom beinahe tödlichen Feuerunfall mit Langzeitfolgen, über Transplantationen, drei WM-Titel und dann noch der Absturz eines seiner Flugzeuge, dem er auch wie immer mutig begegnet war. Lauda reiste nach Thailand, um den Familien persönlich beizustehen und die Aufklärung der Absturzursache voranzutreiben. Er versteckte sich nicht hinter seinem Schreibtisch auf der Chefetage, sondern zeigte wie immer sein Gesicht.