Der Rennsport trauert um Niki Lauda

Die Sportwelt ist erschüttert. Am 20. Mai 2019 verstarb Andreas Nikolaus Lauda, bekannt als Niki Lauda, im Alter von 70 Jahren im Kreis seiner Familie in Wien. Lauda hinterlässt seine Ehefrau Birgit, die 10 Jahre alten Zwillinge Mia und Max, seine Söhne Mathias und Lukas aus erster Ehe mit Marlene Knaus und seinen außerehelichen Sohn Christoph. Ein Schock für die Formel 1 Welt, der aber gemäß Laudas behandelndem Arzt wohl nicht überraschend kam. Um Laudas Gesundheit war seit langem nicht gut bestellt. Angefangen hatten die Probleme mit seinem dramatischen Feuerunfall im Jahr 1976, der im Lauf der Jahre zwei Nierentransplantationen zur Folge hatte.

Lauda wurde 1975, 1977 und 1984 Formel-1 Weltmeister. Damit wurde er zur Leitfigur und zur Legende und sorgte bis heute für wachsende Begeisterung am Formel-1 Sport. Lauda war nicht nur Unternehmer und seinerzeit Gründer seiner eigenen Fluglinie, sondern auch seit 2012 Vorsitzender des Mercedes-Team Aufsichtsrat. Lewis Hamilton, der durch Lauda ins McLaren Team kam, sowie Mercedes-Team-Chef Toto Wolff sagten beim Großen Preis von Monaco aufgrund Laudas Tod ihre Medientermine ab.

Zur lebenden Legende wurde Lauda nicht nur aufgrund seiner WM-Titel, sondern durch seinen tragischen Unfall auf dem Nürburgring 1976, mit damals gerade 28 Jahren. Vier seiner Mitstreiter befreiten ihn aus dem brennenden Fahrzeug. Lauda erlitt neben schwersten Verbrennungen, die ihn sein Leben lang zeichneten, auch Verätzungen der Lunge. In dieser Nacht glaubte keiner an sein Überleben. Nach nur kurzer Zeit stieg er damals wieder in seinen Formel-1-Rennwagen und wurde 1977 wieder Weltmeister. Aufgrund seiner Verletzungen begann er die berühmte rote Kappe zu tragen, die sein Markenzeichen wurde. Noch im August 2018 erhielt Lauda eine Lungentransplantation, von der er sich aber nicht mehr richtig erholte.

Laudas Kampfgeist und Ehrgeiz bleiben unvergessen. 1979 verließ Lauda erstmal die Formel-1-Welt und widmete sich der Gründung von Lauda Air . Auch aufgrund finanzieller Schwierigkeiten seiner Fluggesellschaft kehrte Lauda 1982 wieder zurück in den Rennstall und gewann 1984 zum letzten Mal eine WM. Lauda Air wurde 2001 von Austrian Airlines übernommen. Der schrecklichste Moment, auch für Niki Lauda war, als 1991 eine Lauda Air Maschine in Thailand abstürzte und alle 223 Passagiere und Besatzungsmitglieder in den Tod mitriss.

Laudas Lebensweg war sicher alles andere als geradlinig. 2016 wurde er dafür mit dem Laureus-Award für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Auch Laudas frühe Jahre waren von seinem Ehrgeiz geprägt. Als Sohn einer Industriellenfamilie widersetzte er sich und finanzierte seine Rennkarriere selbst, zum Teil mit Bankkrediten. Er nahm den steinigen Weg über die Formel 3 und 2 bis hin zur Formel-1. Vielleicht hatte er auch gerade dadurch so viel gelernt und gekämpft, woran er geglaubt hat.

Mit Niki Lauda verbindet man extreme Höhen und Tiefen. Vom beinahe tödlichen Feuerunfall mit Langzeitfolgen, über Transplantationen, drei WM-Titel und dann noch der Absturz eines seiner Flugzeuge, dem er auch wie immer mutig begegnet war. Lauda reiste nach Thailand, um den Familien persönlich beizustehen und die Aufklärung der Absturzursache voranzutreiben. Er versteckte sich nicht hinter seinem Schreibtisch auf der Chefetage, sondern zeigte wie immer sein Gesicht.