Auf den zweiten Blick sieht man oft mehr – Motorsport als CO2-Sparmassnahme.

 

Professioneller Motorsport hilft tausende Tonnen CO2 zu sparen. Ein Widerspruch?

 

Keineswegs. Gegen das sich hartnäckig haltende Vorurteil, der Motorsport sei nichts weiter als sinnlose Umweltbelastung, muss ich ein klares Veto einlegen. Denn wer diese Meinung vertritt, hat eine sehr kurzsichtige Auffassung von dem, was der Motorsport für jeden normalen Autofahrer und auch für den Einfluss auf CO2-Emissionen bedeutet!

 

Losgelöst betrachtet hat eine Motorsportveranstaltung per se zunächst mal keine optimale CO2-Bilanz, darüber muss man nicht diskutieren. Im Rennsport fahren alle Teilnehmer an der Grenze der Leistungsfähigkeit ihrer Motoren, was zum Spritsparen denkbar ungeeignet ist. Das macht den Motorsport aber keineswegs zum Verbrechen an der Umwelt. Motorsport ist wesentlich komplexer, als dass erwachsene Männer (und Frauen!) möglichst schnell im Kreis fahren.

Das vielleicht beste Gegenbeispiel beinhaltet auch der aktuelle SEAT Leon TCR Rennwagen. Die Direkteinspritzer-Technik hat sich bei Siegen in Le Mans, bei der Rallye Dakar und nicht zuletzt auch bei der DTM oder Tourenwagen-WM bewährt. Und die permanenten Entwicklungen der Rennmotoren finden schliesslich auch ihren Weg in die Grossserienprodukte. So gehören Direkteinspritzer-Motoren aus dem Volkswagen-Konzern heutzutage zu den effizientesten Motoren auf dem Markt.

Der SEAT Leon 1.6 ecomotive verbraucht gerade einmal 3,8l/100km.

 

Die sparsamsten Autos mit dieser Technologie, wie z.B. der SEAT Ibiza ecomotive, verbrauchen kaum mehr als drei Liter auf 100 Kilometer und haben einen CO2-Ausstoss von deutlich unter 100 Gramm pro Kilometer! Mit der stetigen Steigerung der Leistungsausbeute aus gleichbleibendem Hubraum geht zudem auch eine markante Senkung der Verbrauchswerte einher. “Effizienz“ ist das Stichwort und gerade bei dieser Entwicklung ist der Motorsport ein wichtiges Medium! So gesehen wird der an den Rennveranstaltungen verbrauchte Treibstoff durch den Technologie-Transfer in die Serienprodukte also tausendfach wieder eingespart!

Ähnlich verhält es sich in der Formel 1. Vordergründig wirkt auch diese wie reine Benzinverschwendung, aber bei genauerer Betrachtung ist die Königsklasse des Motorsports DER Motor für die Autoindustrie. Im vergangenen Jahr sorgte die Einführung des KERS-Systems, das 2011 wieder Vorschrift wird, für eine sprunghafte Entwicklung bei Hybridfahrzeugen. Durch das Nachtankverbot in der aktuellen Saison wird zudem die Effizienz der Motoren ein immer wichtigeres Thema. Ausserdem wird versucht, an allen Stellen Gewicht zu sparen, wodurch neue Materialien und Formen entwickelt werden, die letztlich auch in die Serienproduktion gelangen. Und weniger Gewicht bedeutet wiederum einen niedrigeren Verbrauch!

 

Bereits seit 2010 findet man oben stehende E-Fahrräder im Fahrerlager der Tourenwagen-WM – eine sehr gute Alternative für Kurzstrecken!

 

Aber nicht nur bei der reinen Einsparung von Kraftstoff agiert der Motorsport als Entwicklungsbeschleuniger. Auch die Sicherheitstechnik hat durch die Einflüsse aus der Rennwelt eine rasante Entwicklung erlebt. Natürlich werden im Rennsport keine Airbags erprobt, aber Fahrassistenzsysteme werden durch den Einsatz z.B. in der GT1-Weltmeisterschaft immer höher entwickelt. Auch die Einführung und Optimierung von neuen Materialien, die bei Unfällen mehr Energie absorbieren und damit auch die Unfallsicherheit erhöhen, werden früher oder später dem normalen Autofahrer zu gute kommen.

 

Auch, und vor allem demjenigen, der mit dem Finger auf die “bösen Umweltverschmutzer“ aus dem Motorsport zeigt und sich ein sparsames und sicheres Auto kauft!

Und vielleicht könnten sich auch genau diese Menschen überzeugen lassen, dass auch ein Fahrrad ein gutes Fortbewegungsmittel für kurze Distanzen ist. Mit gutem Beispiel geht hier die Tourenwagen-WM voran, denn seit 2010 gehören Motorroller und Quads im Fahrerlager der Vergangenheit an. Stattdessen werden Fahrräder mit Elektroantrieb zur Verfügung gestellt – damit wird die “grüne“ Tourenwagen-WM noch umweltfreundlicher!

 

Auch der Elektro-Motor hält im Motorsport Einzug

 

Darüber hinaus steht der Motorsport für innovative und höchst effiziente Entwicklungen im Bereich der Elektro-Mobilität. Vor allem im Kartsport haben Elektro-Karts (siehe Bild) längst Einzug gehalten und sind vor allem in Indoor-Kartbahnen zu finden.

 

Im Tourenwagen-Motorsport steht die brandneue E-TCR vor einer erfolgreichen Premiere und der CUPRA E-Racer dreht bereits seine Runden auf den Teststrecken dieser Welt.

 

 

 

 

Quelle:            Pfister-Racing GmbH