„Austria-Quartett“ im CHEVROLET Cruze Eurocup im 4-Fach-Interview!

Am nächsten Rennwochenende des CHEVROLET Cruze Eurocup vom 26.-28.07.2019 im Automotdrom Grobnik (Kroatien) starten gleich 4 Fahrer unter österreichischer Flagge im Cup.

Wir haben dem „Austria-Quartett“ für euch auf den Zahn gefühlt, und dabei herausgekommen ist ein spannendes 4-Fach-Interview – wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

v.L.n.R. Marcus Zeiner (Niederösterreich), Martin Rennhofer (Wien), Patrick Eppich (Steiermark) und Wolfgang Kriegl (Wien).

 

Das Land Österreich & Motorsport, wie passt das für euch zusammen?

Marcus Zeiner: „Grundsätzlich passt das gut zusammen, es gibt gute talentierte Motorsportler, leider ist es wie so oft ein Problem mit dem Budget. Allerdings seit der Red Bull da ist, hat sich das etwas gebessert.“

Martin Rennhofer: „Es gibt nur wenige Einsteigerserien in Österreich wie den Chevrolet Cruze Cup. Dabei kommen aus Österreich immer wieder Talente, die es auch in die höheren Klassen des Motorsports schaffen könnten. Leider ist das Interesse der möglichen Sponsoren aus Österreich in letzter Zeit rückläufig. Obwohl ein guter Teil der österreichischen Industrie in der KFZ Zulieferbranche bzw. sogar in der Produktion von KFZs (Magna) tätig ist, fällt den österreichischen Talenten die Suche nach Sponsoren aus diesem Bereich schwer. Eine Ausnahme ist der Getränkehersteller Red Bull, der mit gezielter Nachwuchsförderung immer wieder österreichischen Talenten den Weg in höhere Motorsportklassen ermöglicht. Immerhin haben wir zwei FIA homologierte permanente Rennstrecken im Land – also genug Übungsgelände für den Nachwuchs.“

Patrick Eppich: „Wenn ich an unsere ganzen vergangenen und bestehenden Rennlegenden, die momentanen Akteure im Motorsport wie Toto Wolf und Co denke, passt das für mich wie ein Herz und eine Seele zusammen.“

Wolfgang Kriegl: „Wie Vanilleeis und Kernöl.“ *lacht*

 

Die Formel1-Legende Niki Lauda ist vor kurzem verstorben. Wie sind eure Erinnerungen an diesen österreichischen Ausnahmesportler?

Marcus Zeiner: „Niki Lauda war eine Legende in Österreich u. ein Idol sowie Vorbild für viele Generationen. Seine direkten Aussagen brachte alles rasch auf den Punkt, Niederlagen wurden schnell aufgearbeitet u. ich denke der war ein Stehaufmännchen nach seinen 3 großen Tiefpunkten in seinem Leben wir Nürburgring Unfall, Flugzeugabsturz u. seine Nierentransplantation. Leider hat er den letzten Weg mit der Lungentransplantation und dem darauffolgenden Virusinfekt nicht mehr geschafft, ein großer Verlust für die Motorsportwelt!“

Martin Rennhofer: „Niki Lauda war für mich ein Vorbild im Motorsport. Seine kühle Art, Dinge logisch zu analysieren und sich durch „Gehirnschmalz“ und technisches Know-How einen Vorteil auf der Strecke zu erarbeiten, hat mich fasziniert. Zu Anbeginn des Simulatorzeitalters am PC (ab 1994) fuhren mein Sohn und ich immer als „Niki Lauda“ mit dem TAG Turbo McLaren in den F1 Simulationen. Und natürlich waren wir in Zeltweg um unser Idol am Österreichring live zu erleben. Persönlich trafen wir ihn zwei Mal nach Flügen in die Dominikanische Republik bzw. nach Florida – eine Persönlichkeit, die Eindruck hinterlässt.“

Patrick Eppich: „Für mich ist Niki Lauda ein großes Vorbild. Sein unerbittlicher Kampfgeist, seine direkte Ehrlichkeit und seine erbrachten Leistungen, vorallem auch wirtschaflich waren für Österreich eine unbeschreibliche Leistung.“

Wolfgang Kriegl: „Mein Vater kannte Niki Lauda persönlich und ich erinnere mich gerne an seine Erzählungen von ihm. Seine sportliche Laufbahn ist Legende und ich bewundere ihn für sein unerschütterliches Selbstvertrauen und seinen Kampfgeist.“

 

Eure Lieblingsrennstrecke in Österreich: Salzburgring, Red Bull Ring oder Wachauring?

Marcus Zeiner: „Der Salzburgring.“

Martin Rennhofer: „Der Red Bull Ring, auch wegen der Infrastruktur dort.“

Patrick Eppich: „Definitiv RedBull Ring.“

Wolfgang Kriegl: „Der Salzburgring wird für mich immer einen ganz besonderen Stellenwert haben, da ich dort meine ersten Erfahrungen auf einer Rennstrecke sammeln konnte. Aber den Red Bull Ring fahre ich lieber, weil er abwechslungsreicher ist. Der Wachauring ist eine ideale Strecke für Trainings, weil er sehr eng und ausgesprochen verwinkelt ist.“

 

Wolfgang, du absolvierst als Champion der Saison 2016 wieder zwei Gaststarts im CHEVROLET Cruze Eurocup. Warum kommst du von dieser Rennserie nicht los?

„Weil der Chevy tierisch Spaß macht! *lacht* Der Rennwagen ist perfekt ausbalanciert und ich freue mich schon sehr, die technischen Upgrades dieser Saison zu erfahren. Was diesen Cup zudem einzigartig macht, ist die Kameradschaft unter den Fahrern und der rege Austausch im Fahrerlager. Das macht mir viel Spaß.“

 

Patrick, du hingegen gibst dein Debüt im CHEVROLET Cruze Eurocup. Was sind deine Ziele für dein erstes Rennwochenende?

„Ich möchte dieses Wochenende vorallem Erfahrung sammeln, gute Rundenzeiten fahren und das Auto heil ins Ziel bringen.“

 

Marcus, du hast bereits einige Erfahrung und Erfolge im CHEVROLET Cruze Eurocup Rennwagen. Was gefällt dir an diesem Tourenwagen am Besten?

„Neben dem zeitlosen Aussehen des Rennwagens u. dem coolen Sound natürlich der Cup da der Fahrer gefragt ist. Kein Fehler wird verziehen, gleiches Material für alle Fahrer macht das ganze aus, obwohl ich eher mehr zur Langstrecke tendiere ist der Chevy Eurocup eine super coole Rennserie u. bietet für jeden Nachwuchsfahrer einen raschen kostengünstigen Einstieg.“

 

Martin, du startest das erste Mal am Automotodrom Grobnik, wie bereitest du dich auf diese neue Rennstrecke vor?

„Neben dem Studium von On Board Videos sitze ich in der Simulation „Assetto Corsa“ schon fleißig im Chevrolet Cruze und fahre in Grobnik. Es wird schwer, den Erfahrungsvorsprung von Wolfgang Kriegl zu  kompensieren!“

 

Euer Tipp für das Rennwochenende: Welcher österreichische Fahrer wird in Kroatien die meisten Punkte im Cup holen?

Marcus Zeiner: „Schwierig zu sagen, natürlich möchte jeder Gewinnen u. die meisten Punkte holen. Martin u. Patrick kann ich eigentlich gar nicht einschätzen, der Wolfgang als ehem. Champion ist natürlich auch schon ein alter Rennfuchs (er war ja mal mein Schüler) von da her wird es sicherlich nicht einfach werden. Ich kenne die Strecke nicht d.h. auch noch einmal eine Herausforderung, verlasse mich daher auf meine Erfahrung u. mein Können, dann hoffe ich vielleicht mit etwas Glück u. dem einen oder anderen Trick ein gutes Ergebnis zu erzielen.“

Martin Rennhofer: „Der Papierform nach wäre das Wolfgang Kriegl, seine Pole Position aus dem Vorjahr zeigt, dass ihm die Strecke liegt. Allerdings ist Marcus Zeiner auf Grund seiner Routine auch nicht zu unterschätzen!“

Patrick Eppich: „Ich denke dass Wolfgang die meiste Erfahrung hat und Punkten wird.“

Wolfgang Kriegl: „Spannende Frage! Grobnik ist eine schnelle Strecke. Ich denke, Marcus wird hier seinen hohen Speed gut ausspielen können.“

 

Das Gespräch führten die österreichischen Rennfahrer mit Andreas Pfister.